Umweltuntersuchungen in der Ostsee

Im Auftrag von Nord Stream haben unabhängige europäische Firmen und Forschungsinstitute die bislang umfangreichsten Untersuchungen des Ostseemeeresbodens durchgeführt. Die Untersuchungsergebnisse liefern einen wertvollen Beitrag für die künftige Erforschung dieses Lebensraums. Gleichzeitig waren die Untersuchungen Grundlage für die technische Planung und den optimalen Streckenverlauf der Pipeline, um die Umweltauswirkungen so minimal wie möglich zu halten.

Bislang umfangreichste Untersuchungen des Meeresbodens der Ostsee

Eine Machbarkeitsstudie in den späten neunziger Jahren durch ein finnisch-russisches Gemeinschaftsunternehmen ergab, dass ein direkter Streckenverlauf durch die Ostsee unter technischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten die günstigste Pipelinevariante darstellt. Später wurde das Nord Stream-Konsortium gegründet, um die Entwicklung einer Offshore-Pipeline weiterzuführen und schließlich auch umzusetzen. Dafür hat Nord Stream die bislang umfangreichste Untersuchung des Meeresbodens der Ostsee durchgeführt. Die Ergebnisse liefern einen wertvollen Beitrag für zukünftige Studien über das Ökosystem Ostsee, wovon Wissenschaft und Umweltschutzverbände gleichermaßen profitieren. Um die Weiterverwertung der gesammelten Informationen zu erleichtern, hat Nord Stream einen Daten- und Informationspool eingerichtet. Darin werden die, aus den Untersuchungsergebnissen stammenden, weiterverwertbaren und aufbereiteten Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, um das vorhandene Wissen über den Zustand der Ostsee und deren Schutz zu erweitern.

Investition in den Schutz der Umwelt

Nord Stream hat mehr als 100 Millionen Euro in Umweltuntersuchungen und eine umweltfreundliche Planung investiert, um zu gewährleisten, dass Pipelinedesign und Pipelineroute sicher und ökologisch verträglich sind. Die dazu durchgeführten Feldstudien umfassen Analysen von über 1.000 Wasser- und Bodenproben. Die Proben wurden an 96 unterschiedlichen Messstationen gesammelt. An 77 weiteren Stationen wurde das Verhalten von Fischen, Meeressäugern und Vögeln beobachtet. In vier Untersuchungskampagnen wurden außerdem geologische Studien auf mehr als 40.000 Kilometern Gesamtdistanz durchgeführt. Auf allein 6000 Kilometern fand dabei eine Gradiometeruntersuchung statt.

Folgende Aspekte wurden im Rahmen der umfangreichen Studien erforscht:

  • Hydrographie und Bodenkonditionen
  • Meeresflora und -fauna
  • Fischbestand und Fischerei
  • Vogelbestand
  • Säugetierbestand
  • Schutzgebiete
  • Tourismus- und Erholungsgebiete
  • Meeresarchäologie
  • Munitionsverklappungsgebiete
  • Bestehende Kabel- und Rohrleitungen
  • Rohstoffressourcen und Rohstoffgewinnung
  • Schiffsverkehr und Schiffsrouten 

Umfangreiche Planung zur Minimierung der Umweltauswirkungen

Das Ökosystem Ostsee ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Dies gilt für die Tier- und Pflanzenwelt, die Beschaffenheit des Meeresbodens sowie für das kulturelle Erbe – aber auch für die Munitionsaltlasten. Alle diese Faktoren wurden sorgfältig untersucht, um die Auswirkungen des endgültigen Pipelineverlaufs auf Mensch und Natur so weit wie möglich zu minimieren.

Die Ergebnisse der Umweltuntersuchungen sind in die nationalen Umweltverträglichkeitsstudien und in den grenzüberschreitenden Umweltbericht eingeflossen.

Durchgeführte Untersuchungen

2005-2006

Umfassende Feldstudien wurden zur Untersuchung von Wasser, Meeresbodenbeschaffenheit, Flora und Fauna der Ostsee durchgeführt. Die Untersuchungen konzentrierten sich hierbei auf die Gebiete entlang der geplanten Pipelinetrasse.

2005-2006

Die erste geologische Untersuchung erfasste den Ostseeboden entlang des geplanten Trassenverlaufs. Ein zwei Kilometer breiter Korridor wurde untersucht, um Hindernisse wie Wracks, Felsen oder Gräben zu identifizieren.

2007-2008

Eine zweite geologische Untersuchung diente der Bestätigung des geplanten Trassenverlaufs. Hierbei wurde die Abtastung abermals verfeinert, um auch kleine potentiell gefährliche Objekte zu identifizieren, wie zum Beispiel Munitionsobjekte.

2007-2008

Untersuchungen zur Streckenoptimierung wurden auf Wunsch der dänischen und finnischen Behörden durchgeführt und die Ergebnisse im Mai 2008 veröffentlicht. Als Ergebnis wurde der Trassenverlauf zugunsten der sogenannten S-Route angepasst, die südlich der dänischen Insel Bornholm verläuft.

Nord Stream beauftragte renommierte unabhängige Firmen und Forschungsinstitute aus ganz Europa mit den Untersuchungen. Dies unterstreicht den europäischen Charakter des Projekts. An den Trassenuntersuchungen waren Marin Mätteknik (Schweden), IfAÖ (Deutschland), Fugro OSAE (Deutschland) und PeterGaz (Russland) beteiligt. Die Umweltverträglichkeitsstudien wurden unter anderem von Ramboll (Dänemark) erstellt.

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