Ein höherer Anteil von Erdgas am europäischen Energiemix trägt dazu bei, die Klimaschutzziele der Europäischen Union zu erreichen. Gleichzeitig kann dadurch der steigende Energiebedarf gedeckt werden. Durch Nord Stream wird Europa zusätzliche Mengen dieser umweltfreundlichen Energiequelle zuverlässig beziehen können.
Der sauberste fossile Energieträger Erdgas setzt beim Verbrennen weniger schädliche Emissionen frei als andere fossile Energieträger. Im Vergleich mit Kohle und Erdöl enthält es weniger Kohlenstoff, der sich bei Verbrennung mit Sauerstoff verbindet und Kohlenstoffdioxid (CO2) erzeugt. Ein höherer Anteil von Erdgas am Energiemix ermöglicht es, Kohle und Erdöl zu reduzieren, wodurch folglich geringere Emissionen entstehen. Bis erneuerbare Energien alle fossilen Brennstoffe ersetzen, bleibt Erdgas eine der umweltverträglichsten Energiequellen der Welt.
Emissionen fossiler Brennstoffe Kilogramm pro Milliarde Btu Energie (1 BTU entspricht 1055 J) Schadstoff | Erdgas | Erdöl | Kohle | Kohlenstoffdioxid | 53.070 | 74.389 | 94.347 | Kohlenstoffmonoxid | 18 | 15 | 94 | Stickstoffoxide | 42 | 203 | 207 | Schwefeldioxide | 0,454 | 509 | 1.175 | Feinpartikel | 3 | 38 | 1.244 | Quecksilber | 0,000 | 0,003 | 0,007 |
Quelle: Energy Information Administration (EIA)
Erdgas als Brückentechnologie Fossile Energieträger können nur schrittweise in einem jahrzehntelangen Prozess durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Aus diesem Grund und wegen der deutlich positiveren Klimabilanz gegenüber anderen fossilen Energieträgern wird Erdgas von vielen Umweltschutzorganisationen als wichtiger Bestandteil einer Übergangsphase bis zur vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien angesehen. Laut der von Greenpeace veröffentlichten Studie "Energy [R]evolution – a Sustainable World Energy Outlook" wird es bei der Stromerzeugung zunächst zu einem Ersatz der fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Energien kommen. In einem zweiten Schritt bis zum Jahr 2070 würden dann erneuerbare Energien für über 93% der Stromerzeugung verantwortlich sein, wobei die verbliebenen Gas-Kraftwerke als Ersatz und Reserve dienen können.
Klimaschutzpolitik der EU Die EU-Politik zum Klimaschutz wurde mit dem Vorschlag der Europäischen Kommission vom Januar 2007 "An Energy Policy for Europe" fest verankert. Diese Vorlage, die im März 2007 vom Rat der Europäischen Union beschlossen wurde, ist wesentlich ehrgeiziger als die bisherigen europäischen Verpflichtungen zum Kyoto-Protokoll. Dieses sieht lediglich eine Reduktion klimaschädlicher Emissionen um 8% vor. Der neue Ansatz ist gemeinhin als „20/20/20-Ziele“ bekannt, weil dadurch drei Ziele erreicht werden sollen: eine Reduktion der CO2-Emissionen gegenüber dem Niveau von 1990 um 20%, ein Anstieg der Energieeffizienz um 20% und ein Anteil erneuerbarer Energiequellen an der gesamten Energieerzeugung in Höhe von 20%.
Erdgas hilft Klimaziele zu erreichen Obwohl die 20/20/20-Ziele eine starke Förderung erneuerbarer Energieträger mit sich bringen, bleibt Erdgas wichtig für den Energiemix, da ein Anstieg des europäischen Energiebedarfs vorhergesagt wird. Erneuerbare Energiequellen werden den steigenden Energiebedarf und die Zurückführung anderer Energiequellen wie etwa der Kernkraft nicht allein decken bzw. ausgleichen können. Entsprechend wird ein Anstieg des Erdgasanteils am gesamten europäischen Energieverbrauch erwartet. Wegen der umweltfreundlichen Eigenschaften von Erdgas wird dadurch der Schadstoffausstoß verringert und die EU-Klimaschutzziele leichter erreicht. Nord Stream ist für den notwendigen Anstieg der Erdgasimporte unentbehrlich, da die Pipeline jährlich 55 Milliarden Kubikmeter zusätzlich und verlässlich liefern wird.
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Erdgas und seine ökologischen Aspekte > Lesen
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