Nord Streams Bedeutung für die EU und die Ostsee-Anrainerstaaten
Die Nord Stream-Erdgas-Pipeline ist ein bedeutendes Infrastruktur-Projekt, das die Energiesicherheit der Europäischen Union für mindestens 50 Jahre stärken wird. Die Pipeline wird bald einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der EU und zur Erreichung der europäischen Ziele im Kampf gegen den Klimawandel leisten.
Während sich andere Pipeline-Projekte noch in der Planungsphase befinden, ist das privatwirtschaftliche Projekt Nord Stream bereits einsatzbereit. Im letzten Quartal 2011 ist die erste 1.224 Kilometer lange Pipeline in Betrieb gegangen. Nord Stream stellt damit eine sichere Verbindung des europäischen Erdgasnetzes mit einigen der größten Erdgasreserven der Welt in Russland her.
Sichere Energieversorgung für Europa
Durch die Versorgung mit 55 Milliarden Kubikmetern Erdgas und die Diversifizierung der Versorgungsrouten wird Nord Stream auf Jahrzehnte einen wichtigen Beitrag zu Europas Energiesicherheit leisten. Nach Prognosen wird bis zum Jahr 2030 in Europa eine Gasimportlücke zwischen 211 und 232 Milliarden Kubikmetern entstehen. Nord Stream wird einen Großteil dieses zusätzlichen Bedarfs decken und in der Lage sein genügend Gas zu liefern, um etwa 26 Millionen Haushalte in Europa versorgen zu können.
Nord Stream realisiert dieses bedeutende Infrastrukturprojekt, ohne dass dem europäischen Steuerzahler Kosten entstehen. Das Konsortium der fünf Anteilseigner stellt 30 Prozent der Investitionssumme von 7,4 Milliarden Euro, die verbleibenden 70 Prozent werden durch Kredite von über 30 internationalen Banken gedeckt.
Bereits in der Planungsphase des Nord Stream-Projekts wurden neue Standards in Bezug auf Transparenz und bei der internationalen Zusammenarbeit im grenzüberschreitendem Umweltschutz gesetzt: Im komplexen Konsultationsverfahren gemäß der Espoo-Konvention haben alle neun Ostsee-Anrainerstaaten (Russland einbegriffen) gemeinsam über die Umweltauswirkungen beraten. Vor Erteilung der Genehmigungen wurden Nord Streams Pläne sorgfältig von den Behörden der fünf Länder, durch deren Gewässer die Pipeline verläuft, geprüft bzw. mit diesen abgestimmt.
Beitrag zu europäischen Klimaschutzzielen
Die Nord Stream-Pipeline verbindet auf sichere und umweltfreundliche Weise die Energienetze der Europäischen Union mit einigen der größten Gasreserven weltweit in Russland. Diese sichere Versorgung mit 55 Milliarden Kubikmetern Erdgas wird die Europäische Union dabei unterstützen, ihre Ziele zur CO2-Reduktion zu erreichen. Nord Stream schlägt somit eine Brücke zu einer stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien.
In der Planungsphase der Pipeline hat Nord Stream 100 Millionen Euro in die bislang umfangreichsten Umweltuntersuchungen der Ostsee investiert. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen umfassend beraten lassen, damit Design, Route, Bau und Betrieb der Pipeline sicher sind und im Einklang mit der Natur stehen. Nord Stream plant bis 2016 weitere 40 Millionen Euro in unabhängige Umweltmonitorings zu investieren, um zu gewährleisten, dass die Natur während der Bauphase und dem Betrieb nicht beeinträchtigt wird. Die gesammelten Daten leisten einen wichtigen Beitrag für zukünftige Forschungsprojekte, die sich mit der Umwelt der Ostsee beschäftigen und werden Nichtregierungsorganisationen und nationalen Behörden zur Verfügung gestellt.
Während der umfangreichen Studien des Meeresgrunds, die Nord Stream zur Festlegung der Pipelineroute durchgeführt hat, sind rund 60 Schiffwracks entdeckt worden. Nord Stream unterstützt den Erhalt dieser historischen Schiffswracks und stellt seine Erkenntnisse nationalen Behörden zur Verfügung. Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen das Forschungsprojekt Unterwasser-Kulturerbe – Meeresarchäologie (Heritage Underwater Maritime Archaeology – HUMA). Das internationale Projekt beschäftigt sich mit der Erkundung unerforschter Schiffswracks und Artefakte, die auf dem Meeresboden rund um die Insel Gotland in Schweden verborgen liegen.
Maßgebliche Investitionen in EU-Ländern und Ostsee-Anrainerstaaten
Investitionen in Höhe von über 100 Millionen Euro in die Infrastruktur der am Bau der Pipeline beteiligten Häfen bilden die Grundlage des nachhaltigen Nord Stream-Logistikkonzepts.
Die fünf Häfen, die während des Projekts genutzt werden, sind Teil einer Strategie der kurzen Transportwege. Dieses Konzept der kurzen Wege hat im Zusammenspiel mit dem umweltfreundlichen Transport per Schiff und Bahn gegenüber anderen Lösungen zur Einsparung von rund 200.000 Tonnen CO2 geführt. Für sein umweltfreundliches Logistikkonzept erhielt Nord Stream im Jahr 2010 den Deutschen-Logistik Preis der Bundesvereinigung Logistik.
Mit einem Projektbudget von 7,4 Milliarden Euro und den damit verbundenen Investitionen regt Nord Stream die Wirtschaft an und sichert bzw. schafft neue Arbeitsplätze in elf europäischen Ländern.
