Die Planung der Nord Stream-Pipeline

Die Nord Stream-Pipeline durch die Ostsee ist die direkteste Verbindung zwischen den großen Gasreserven in Russland und den Energiemärkten in der Europäischen Union. Dabei beanspruchen die beiden Pipelinestränge weniger als ein Tausendstel eines Prozents des Ostsee-Meeresbodens für sich. Zudem wurde der Bau so geplant, dass die Auswirkungen auf den Meeresboden räumlich und zeitlich auf ein Minimum begrenzt sind.

Um möglichst alle langfristigen Beeinträchtigungen des Meeresbodens auszuschließen, hat Nord Stream verschiedene Gutachten bei angesehenen und unabhängigen Experten der Fachgebiete Meeresforschung und Hydrographie in Auftrag gegeben. Die Untersuchungen gewährleisten, dass die Pipelinestränge über den gesamten Betriebszeitraum stabil auf dem Meeresboden aufliegen und sicher betrieben werden können. Bereits 1997 wurde mit der Ausarbeitung von Machbarkeitsstudien in der Ostsee begonnen. Seitdem wurden mehr als 2.500 Quadratkilometer der Ostsee intensiv untersucht. Um einen groben Trassenverlauf abstecken zu können, wurde zu Beginn ein breiter Korridor auf dem Meeresboden analysiert. Darauf folgten immer detailliertere und spezifischere Analysen in einem immer enger gesteckten Korridor. Nach diesen anfänglichen Studien wurden zwischen 2005 und 2008 einzelne Abschnitte des potenziellen Routenverlaufs noch umfassender untersucht.

Nord Stream hat mehr als 100 Millionen Euro in die Planung des optimalen Routenverlaufs und die Untersuchung möglicher Umweltauswirkungen durch den Bau der Pipeline investiert. Unter der Mitwirkung eines internationalen Teams von Ingenieuren und Wissenschaftlern wurde eine der umfassendsten Untersuchungen des Ökosystems der Ostsee durchgeführt.

Austausch mit neun Ländern in der Planungsphase

Da die Nord Stream-Pipeline durch die Hoheitsgewässer beziehungsweise die ausschließlichen Wirtschaftszonen von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland verläuft und außerdem weitere Länder tangieren könnte, war im Rahmen der Espoo-Konvention ein umfassendes Genehmigungs-und Konsultationsverfahren erforderlich. Bereits bei der Planung des Nord Stream-Projekts wurden neue Standards hinsichtlich der Transparenz und der internationalen Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden Umweltschutz gesetzt: Gemäß der Espoo-Konvention brachte Nord Stream alle neun Ostsee-Anrainerstaaten zusammen, wodurch das internationale Umwelt-Konsultationsverfahren zu den umfangreichsten zählt, die jemals durchgeführt wurden.

Formell eingeleitet wurde der Espoo-Prozess für das Nord Stream-Projekt mit der Benachrichtigung über das geplante Vorhaben im November 2006. Die Benachrichtigungsphase dauerte bis Februar 2007. Nord Stream nahm außerdem an einem internationalen Konsultationsverfahren teil, in dem alle potenziell vom Projekt betroffenen Länder die Möglichkeit hatten, das Pipeline-Projekt im Detail zu bewerten. Zwischen Februar 2007 und Juni 2009 beteiligte sich Nord Stream an mehr als 200 öffentlichen Anhörungen, Treffen mit Interessensgruppen und Konferenzen in den Ostsee-Anrainerstaaten. Nachdem im Februar 2010 alle nötigen Genehmigungen für den Bau der Pipeline vorlagen, begannen die Bauarbeiten im April 2010.

Die Logistik hinter dem Projekt

Im Jahr 2006 begann Nord Stream mit der Planung der logistischen Umsetzung – ein zeitkritischer Baustein des Projekts. Im gleichen Jahr mündeten diese Überlegungen im ersten Logistikkonzept für den Bau der Nord Stream-Pipeline, welches weitgehend die später bestimmenden Merkmale aufwies. Somit war das erste Baulogistikkonzept schon vier Jahre vor dem Beginn der Bauarbeiten am ersten Leitungsstrang fertiggestellt. Investitionen in Höhe von über 100 Millionen Euro in die Infrastruktur der am Nord Stream-Projekt beteiligten Ostsee-Häfen bilden die Grundlage des umweltfreundlichen und nachhaltigen Logistikkonzepts.

Die beiden parallel laufenden Pipelinestränge bestehen aus über 200.000 betonummantelten Rohren. Die von Nord Stream entwickelte Logistikkette umfasst die Herstellung der Rohre, die Betonummantelung, die Lagerung und schließlich den Transport zu den Verlegeschiffen. Als die Bauarbeiten des ersten Leitungsstrangs im April 2010 begannen, lagerten bereits etwa zwei Drittel der Rohre, die zum Bau des ersten Stranges benötigt wurden, in fünf strategisch ausgewählten Häfen an der Ostsee. Diese Häfen sind alle Teil einer Strategie, die auf eine Logistik der kurzen Transportwege und auf den Transport per Schiff und per Bahn setzt. Im Vergleich zu anderen Optionen hat Nord Stream dank dieses Konzepts der kurzen Wege und des umweltfreundlichen Transports rund 200.000 Tonnen CO2 eingespart.

Für ihr grünes Logistikkonzept erhielt die Nord Stream AG im Jahr 2010 den angesehenen Deutschen Logistik-Preis der Bundesvereinigung Logistik. Mit der Lieferung des letzten benötigten Rohrs für den zweiten Pipelinestrang Mitte April 2012, konnte das komplexe internationale Logistik-Programm erfolgreich abgeschlossen werden.

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